Gestern fühlte ich mich wie in Italien. Ich komme nachts nach Hause (nein, nicht typisch Caliente, also eigentlich schon, aber in diesem Fall das erste Mal seit genau 4 Wochen) und verfolge aus Versehen einen Typen von der S-Bahn bis zu meinem Eingangstor. Er schließt auf und ich hüpfe wie eine Gazelle hinter ihm rein. Anschließend geht er genau zu der Tür der drei Häuser, die meine ist. Diesmal findet er den richtigen Schlüssel nicht, ich helfe aus, und wir wechseln ein paar Worte. Während wir Treppen steigen, führen wir also ein Kennlerngespräch…bis zur gleichen Etage. Wir sind Nachbarn.
Für mich zählen diese kleinen Momente. Ich mag den Kontakt zu Menschen. Das wird es in nicht nur in Italien geben, sagt Ihr. Mag sein, aber Berlin ist eine anonyme Stadt. Und wenn man selbst Berliner ist, verschließt man sich häufig fremden Menschen gegenüber. Da aktiviert die Berliner Luft irgendeinen Automatismus. Jedenfalls kenne ich jetzt meinen Nachbarn (auf die Studenten über mir bin ich schon letzte Woche gestoßen) und überlege nun, wie ich weiterhin skrupellos laute Musik hören kann.