Herrlich...wenn
Miss Pringle, die eh immer für meine Schwester gehalten wird, zwei Zwillingsschwestern mit zu Besuch bringt...Verwirrung perfekt...auch sprachlich übrigens...
Email der vor einem halben Jahr heimgekehrten deutschen Kollegin:
Hallo Cali,
vielen Dank für die e-Mail und die Fotos aus meinem Lieblingsland. Tanti saluti auch von mir an den Taschenverkäufer, an Franco, seinen Bruder und natürlich den Pizzabäcker. Ich vermisse mein Leben in Italien sehr. Das Volk ist hier grauenvoll. Ich flippe fast jeden Tag aus und warte nur bis wir endlich unser Haus verkauft haben, um für immer nach Italien zu gehen.
Ciao
Interessant an der Sache ist, dass diese Kollegin sich über die gleichen Dinge hier aufgeregt hat wie ich. Aber trotz aller negativen Seiten...an Italien selbst, den Italienern, der schlechten Infrastruktur usw. ES IST EIN TRAUM.
Einmal Süden, immer Süden.
Wenn ich schon früh auf dem Weg zur Arbeit keine Jacke brauche und mit dem Fahrrad in 10 Minuten dort bin, bezeichne ich das als Lebensqualität.
Wenn ich in der Mittagspause Zeit habe eine halbe Stunde schwimmen zu gehen und eine weitere halbe Stunde in der Sonne zu liegen, obwohl ich bei Lidl war, Emails/facebook checke und Essen zubereiten muss, dann bezeichne ich mich als Luxuskind.
Wenn ich 19 Uhr von Arbeit komme, niemand mit mir das Spanien-Spiel sehen will, aber ich einfach in "meine" Bar gehen kann (in Berlin war ich niemals allein aus), dort auch noch alles zum Sonderpreis bekomme, dann gehe ich mit einem Lächeln heim.
Trotz der vielen negativen Sachen im Kopf, die mich das Spiel heute nicht immer haben aufmerksam sehen lassen...
Anfrage eines Italieners ob ich gestern Zeit hätte. Meine Zusage mit der Anmerkung, dass Deutschland spielt. Dachte, es sollte kein Problem sein, wenn die Frau den Mann bittet Fußball zu gucken und eine Bar mit Fernseher auszusuchen. Dachte auch, dass es kein Problem wäre diesbezüglich pünktlich zu sein.
Nein, es war schließlich nur Deutschland an der Reihe. Nun gut, bin ich halt auf einen Nicht-Fußballbegeisterten gestoßen...dachte ich! Eben dieser Herr hat sich den heutigen Nachmittag freigenommen, um Italien spielen zu sehen.
Punktverlust, mein Lieber, großer Punktverlust gleich beim ersten Date....
(Und bei uns wird in der Firma gerade ein großer Bildschirm aufgebaut)
Paracetamol ohne Rezept kosten in Spanien ein Drittel von dem was sie in Italien mit Rezept kosten.
Verdrängen wir den letzten Beitrag und kommen zu den angenehmen Dingen des Lebens:
Gianna Nannini, Gigio d`Alessio, Mario Biondi und viele mehr live in der Arena von Verona gesehen.
(Ja, ein Freund eines Freundes eines Freundes hat die Karten gewonnen).
Ein Italiener, der mit Nachnamen
Mutti heißt.
Nachdem in Italien am Karfreitag, 1. Mai und Pfingsmontag gearbeitet wurde, haben wir Mittwoch endlich einen Feiertag.
Der Pool ist offen!!!
Die vielen Bekannten, die das Leben hier versüßen: die Spanierinnen in Verona, der DJ und seine Freunde aus Villafranca, die neue deutsche Kollegin, die genauso LEBEN will wie ich, und mit der ich mich über unsere Arbeit austauschen kann, ohne arrogant zu wirken. Ja, wir haben ein Problem mit der dörflichen Engstirnigkeit...
Die vielen Einladungen für den Sommer. Annehmen kann ich keine, aber da wären: Sardinien, Apulien, Barcelona und Porto.
Besuch aus Wien und mit diesem Weinfest:

Und auf einmal erscheint alles andere nichtig.
Per crescere occorre confrontarsi continuamente con nuove persone e con nuove esperienze. La routine, porta alla noia. Per questo io viaggio molto e volentieri. Lasciare la routine e le cose a cui siamo abituati non è sempre facile, anzi è proprio l'opposto: abbandonare ciò a cui siamo più legati è spesso doloroso. Ma solamente se lasciamo alle nostre spalle ciò che già conosciamo abbiamo la possibilità di riscoprire noi stessi come delle persone nuove.
Montagabend aus Spanien zurück, Dienstag Freundin aus Berlin gekommen, vorhin Freundin verabschiedet, gleich kommt meine Mutti mit ihrem Freund.
Dazwischen? Der normale Job bis 19 Uhr plus Übersetzungen für eine Freundin plus Tätigkeiten für meinen alten Chef.
Ja, ein Viertel der ausstehenden Gelder wurden gezahlt und aktuelle Stunden werden mir bar auf die Hand gegeben. Doch das ist nicht alles. Einen neuen interessanten Nebenjob angenommen. Unterbezahlt da es sich um ein start-up handelt, aber inhaltlich ganz groß. Dieser Gruppe habe ich auch meine erste offizielle und herausgegebene Redaktionstätigkeit vor vielen Jahren zu verdanken.
Ja, ich bin gestresst, aber der Gardasee wird sonst eh langsam langweilig. Ich fühle mich lebendiger denn je und denke zur Zeit höher, schneller, weiter.
Ein Vorstellungsgespräch am Montag habe ich abgesagt. Deutsche Firma, viel Geld. Aber wenn ich wechsle, dann bestimmt nicht am See.
Auch habe ich meinem alten Oberchef abgesagt. Ein neues Büro wird eröffnet und sie haben an mich gedacht. Für die Stelle, die mir so viel Spaß gemacht hat. Ich so: "Hey, dann war meine Arbeit also gut?" Antwort: "Naja, manchmal hast Du eine große Klappe, aber immerhin steckt da was dahinter". Meine alte Stelle, in einem Büro, in dem gezahlt wird...aber: in Varese. Das ist für mich kein Italien mehr...da möchte ich nicht leben.
Ich wundere mich über mich, ich lehne Sicherheit und Geld ab. Ich entscheide für mich Stress und tanzen auf vielen Hochzeiten. Aber ich habe meine Gründe. Und tief im Innern weiß ich, dass es schon entschieden ist.
I love the rip of nerves, the rip that wakes me, so I'm dissatisfied, I love dissatisfied, I love to feel there's always more that I need.
caliente_in_berlin - April 27, 13:35
Eine Woche mit den Maedels zwischen Malaga und Cordoba. Viel Regen, frueher haette mich das zur Verzweiflung gebracht, seitdem ich in Italien lebe, kann ich das locker sehen.
Ein Wochenende mit dem señorito in Malaga. Die Maedels wollen Sonntag heim. Flug gestrichen. Sie ergattern durch einen Zufall Plaetze von Madrid (statt Malaga) nach Rom (statt Mailand) fuer nur zwei Tage spaeter.
Ich sollte am Montag heim. Easyjetschlange. Mal hoeren was die einem sagen. Der naechste verfuegbare Platz ist in einer Woche. Moment, in einer Woche? Ich muss doch morgen arbeiten? Sie koennen natuerlich auch das Geld zurueckhaben. Ich kann mich nicht sofort zu einer Entscheidung durchringen und stelle mich beim Internetpoint an.
Zuege, Busse...nichts ist derzeit online buchbar.
Ich hetze zurueck zu easyjet um wenigstens den Flug eine Woche spaeter zu sichern. Ich frage, ob es wirklich keine Moeglichkeit gibt nach Rom umzubuchen, denn der Flughafen ist offen. Nein. Und ob wir am Montag wirklich fliegen. Auch das ist nicht sicher. Sicher ist nur, dass ich im Falle der Flughafenoeffnung einen Platz haette.
Ab zum Busbahnhof. Stundenlanges Anstehen um zu erfahren, dass alle Busse bis Freitag ausgebucht sind. Wow. 130 Euro fuer eine 24-stuendige Fahrt um dann doch nur naechste Woche auf Arbeit zu erscheinen?
Man sucht sich Leute mit aehnlichem Ziel, ab zur Autovermietung. Heute gibt es keine Autos mehr, aber es wuerde eh 1400 Euro plus Gebuehren und Benzin kosten. Der reine Wahnsinn.
Ich kratze also das letzte Geld zusammen und kaufe ein Zugticket nach Madrid. Sonntag geht es dann zurueck nach Malaga in der Hoffnung, dass ich Montag fliegen darf.
Ah, eine Nacht im Hotel wurde uebrigens angeboten. Wenn ich hier keine Freunde haette, waere das ein teurer Spass geworden. Es herrscht wirklich Chaos. Und wer das nicht erlebt, kann sich keine Vorstellung davon machen.
Meine Kollegen schreiben sms...staendig kommen irgendwelche Vorschlaege, die denken wirklich ich mache mir einen Spass draus. Dabei passt mir das derzeit nicht. Ohne Geld macht Madrid kein Spass und mein geplanter Urlaub im November ist aufgrund fehlender Urlaubstage auch hin.
Aber ich bin in Madrid. Que guay! Heimatgefuehle.
caliente_in_berlin - April 21, 11:20
...am Flughafen in Malaga eine Italienerin und einen Iren kennenlernen, die zusammen in der Naehe des Gardasees wohnen und meine griechischen Freunde in Berlin kennen.
caliente_in_berlin - April 20, 12:50
...da denkt man, man fliegt eine Woche in den Urlaub...und dann kommt man nicht mehr zurueck...
caliente_in_berlin - April 20, 10:12
Zwei wundervolle Wochen in Bardolino, Tage kleiner Zufaelle, Bekanntschaften, gratis-Essen in Restaurants und Kochen mit den sizilainischen Nachbarn. Zu viel auf einmal um in Worte zu fassen, zu viel zum Bloggen.
Dann der lang ueberlegte Fahrradkauf. Noch immer bin ich ohne Geld. Der Gerichtsprozess zieht sich und materiellen Sachen stehe ich eh skeptisch gegenueber. Doch dieses Fahrrad, fast ungebraucht, um 50% gesenkt, von Fahrradkennern empfohlen und von meiner vor einem Jahr entdeckten Leidenschaft gewollt. Erste Runde: nach 10 Minuten Platten. Zweite Runde: nicht stattfindend. Das neue, noch nicht bezahlte, quasi ungenutzte Fahrrad aus meinem Hof herausgeklaut. Schulden haben fuer nichts. Wieder fehlen (Blog)Worte.
Es als Hinweis sehen, sein Leben so fortzufuehren wie bisher. Sein weniges Geld fuer Reisen und schoene Zeiten mit Freunden ausgeben. Ueberlegen doch noch ein Vagabund zu werden. Entweder oder. Entweder richtig reisen. Oder richtig sesshaft. Aber nicht Gardasee so halb.
Dann Geburtstag. Warmherzige Kollegen. Und am Abend die 8-Personen-Ueberraschung vor der Tuer. Leute, die ich als Weggehfreunde bezeichne. Die nicht bis Bardolino kommen, schon gar nicht unter der Woche. Aber sie haben es getan. Als Ueberraschung. Mit Chips, Sekt, Kuchen, Geschenk & co. Obwohl ich niemanden eingeladen hatte.
Nach dem Wochenende mit dem Besuch aus Spanien und 3 Tagen fiesta pur, (Brugal, Viersprachenmix und LEBEN) zwischen Amtsgaengen und Firmenessen, wollte ich endlich einen Abend fuer mich haben. Auch um Waesche fuer den Spanienurlaub zu waschen. Aber irgendwas scheine ich richtig zu machen. Wo ich hingehe, finde ich Freunde. Wahre Freunde. Das Geburtstagsgeschenk ueberhaupt.
Ich weigere mich das zu glauben und hoffe immer noch auf einen Aprilscherz.