Um 20:50 Uhr. Wir gehen auf den Balkon und sehen ein Auto mitten im, ach was, auf (dem leicht erhöhten) Kreisverkehr frontal an einen Olivenbaum gelehnt. Ein paar Zementpfeiler hat es auch herausgehoben.
Der betrunkene Fahrer ist frohen Mutes, sieht den Totalschaden nicht und versucht weiter Richtung Heimat zu fahren. Das Auto startet natürlich nicht, also will er es schieben. Dabei hält er sich kaum auf den Beinen.
Also die Polizei kommt: "Ja, das ist mein Auto, aber ich bin nicht gefahren." (er ist weit und breit der einzige...)
So ein Idiot. Wenn da nicht ein Kreisverkehr mit Olivenbaum, sondern ein Fahrradfahrer gewesen wäre?!
Ich sag es immer wieder, das Leben auf dem Land ist gefährlich. In Berlin gab es diesbezüglich nie Probleme, man hat dort gar kein Auto, fährt mit den öffentlichen Verkehrsmitteln, hat nicht das Problem, ob man was trinken kann oder nicht, oder wer heute mit dem Fahren dran ist. Ich habe wirklich Angst, diesbezüglich Kinder auf dem Land großzuziehen. Trinken und dann fahren ist hier einfach so erschreckend normal.
caliente_in_berlin - January 26, 12:36
Der Herr Italiener und Fräulein Caliente wollen dieses Jahr zusammenziehen.
Cali: Wir brauchen auch unbedingt eine Garage, schon allein für die Fahrräder.
der Herr: Wohl eher für Deine Schuhe!
caliente_in_berlin - January 21, 18:53
Seit gestern abend schneit es. Keine Überraschung, es war angekündigt. Und trotzdem sind die Strassen nicht geräumt und es wurden nicht gestreut. Ein paar Carabinieri schippen erfolglos Schnee. Von den 60 Kollegen ist ca. ein Drittel im Büro. Wie kann ein europäisches Land nur so wenig organisiert sein?
caliente_in_berlin - December 14, 10:14
Auf dem Weg von Zanzibar nach Mailand habe ich irgendwie ein Bikini verloren...
Was ich aber eigentlich schreiben wollte...da fliege ich also nach Wien und werde von der Stewardess angesprochen: "Ma noi ci conosciamo?!"....Wir kennen uns doch....war das doch tatsächlich ein Mädel, das gleichzeitig mit mir auf Zanzibar war...das war eh so eine komische Geschichte...eines Morgens bricht sie auf, um mit Delfinen zu schwimmen...von 10 Teilnehmern betreten nur 7 das Boot, von diesen 7 springen nur 3 ins Wasser...Wind und Wellen pur...auf jeden Fall kommt besagte Stewardess vom Ausflug zurück...der Magen dreht sich noch, weshalb sie sich ins Zimmer zurückzieht. Nach ein paar Stunden wacht sie auf und hat ein aufgedunsenes Gesicht...so richtig entstellt...ich fahre bei starkem Wellengang jedenfalls kein Boot mehr!
caliente_in_berlin - December 11, 21:51
caliente_in_berlin - November 28, 22:50
caliente_in_berlin - November 18, 21:29
Vorfreude ist die schönste Freude.
caliente_in_berlin - October 22, 19:52
...und nach 2 Jahren und 3 Monaten mit mir an der Seite hat er sich für einen Deutschkurs eingeschrieben. Ich bin gespannt...
caliente_in_berlin - September 28, 14:16
Die Jugend ist nicht ein Abschnitt des Lebens,
sie ist ein Zustand der Seele,
der in einer bestimmten Form des Willens besteht,
in einer Bereitschaft zur Phantasie,
in einer gefühlsmässigen Kraft;
im Obsiegen des Mutes über die Zaghaftigkeit
und der Abenteuerlust über die Liebe zur Bequemlichkeit.
Man wird nicht alt wegen der einfachen Tatsache,
dass man eine bestimmte Zahl von Jahren gelebt hat,
sondern nur, wenn man sein eigenes Ideal aufgibt.
Wenn die Jahre ihre Spuren auf den Körper zeichnen,
so zeichnet der Verzicht auf die Begeisterung sie auf die Seele.
Der Abscheu, der Zweifel, das Fehlen von Sicherheit,
die Furcht und das Misstrauen sind lange Jahre,
die das Haupt beugen und den Geist zum Tode führen.
Jung sein bedeutet, mit sechzig oder siebzig Jahren
die Liebe zum Wunderbaren bewahren,
das Erstaunen für die leuchtenden Dinge
und die strahlenden Gedanken;
den kühnen Glauben, den man den Ereignissen entgegenbringt,
den unstillbaren Wunsch des Kindes für alles, was neu ist,
den Sinn für die angenehme und fröhliche Seite des Daseins.
Ihr werdet so lange jung sein, wie euer Herz
die Botschaft der Schönheit, der Kühnheit
und des Mutes aufnehmen wird;
die Botschaft der Grösse und der Stärke,
die euch von der Welt,
von einem Menschen,
oder von der Unendlichkeit geschenkt werden.
(...)
caliente_in_berlin - September 24, 21:51
In Gedanken versunken fahre ich mit dem Moped von der Arbeit nach Hause. Schön, wie die Sonne im See untergeht. Dieser Ausblick, hach seufz! Auf einmal wird die Ruhe von einem Idioten gestört, der superdicht an mir vorbeifährt (Schrecken pur) und aus vollem Hals schreit: Amorrrr de mi vidaaaaa!
Mein Freund.
(seit wann spricht er spanisch?)
caliente_in_berlin - September 13, 19:47
Da mein Leben ja (fast) ein einziger Sommerurlaub ist, konnte ich im August getrost eine Woche Heimaturlaub einlegen. Und auch wenn das Wetter dort nicht wirklich gut war, so habe ich doch schon wesentlich schlimmere Auguste zuhause erlebt.
Es war endlich an der Zeit, dem Italiener an meiner Seite mein Leben zu zeigen. Die Bedeutung von Großstadt. Das Leben in den einzelnen Bezirken, das internationale Essen...den weißen Ostseestrand...die vielen Seen in und um die Stadt. Dazu kamen die für ihn unbegreiflich grünen und dichten Wälder mit ihrer Artenvielfalt. Er hat sich doch tatsächlich mit seinem Schwiegerstiefvater (ihr wisst was ich meine?) für Weihnachten verabredet: ein Abend mit Infrarotweitsichtgerät und Glühwein auf dem Hochsitz. Der eine spricht kein Deutsch, der andere kein Italienisch und Englisch ist bei beiden nur sehr rudimentär vorhanden. Na das kann was werden!
caliente_in_berlin - August 25, 15:04
Die Erde bebt nicht erst seit dem 20. Mai, auch wenn Italien erst seit diesem Tag in den Medien ist. Viele Monate sind es nun schon, mal mehr, mal weniger. Mal wird man aus dem Schlaf gerissen, mal tanzen die Computer im Büro. Mal lächelt man sich an: "Ah ja, ich glaube, das war gerade ein Erdbeben", mal wird aus dem Lächeln Panik und man verlässt schnellstens das Gebäude. Oder kriecht unter den Schreibtisch. Die Mütter müssen dann die Kinder von den Schulen abholen, da diese geschlossen werden.
Ich lebe nicht in Angst. Aber einige Dinge haben sich definitiv geändert.
Ich habe mein erstes graue Haar bekommen. Ich lasse das Handy nachts immer an. Ich warte nicht mehr, bis der Akku vollständig leer ist. Das Handy wird immer rechtzeitig aufgeladen. Außerdem ist es bei jedem Toilettengang und duschen dabei (ich wohne alleine). Auf Arbeit sagen wir hingegen den Kollegen Bescheid, wenn wir auf die Toilette gehen. Viele, die ein Auto haben, haben eine Tasche mit dem nötigsten (Wasser, Cracker, Wechselsachen) drin. Den Schlüssel lässt man jetzt immer an der Tür stecken. Und an meinem quadratischen Tisch, an den normalerweise genau vier Stühle passen, wird eine Seite frei gehalten, damit man schneller drunter kommt.