Wenn Cali mit Spanien und Leipzig skypt, wenn sie freiwillig die Videofunktion einschaltet, wenn sie von der Mitbewohnerin mit Happy Hippo beschenkt wird und wenn sie ein Taschentuch annimmt, das sie sonst als Hakle Feucht belächelt...
Neulich im Zug. Mit einem lauten ey ey ey wurden wir unsanft aus unserem sanften Schlummern gerissen. Und dann ging es los:
Biste dran?
Man ey, Wochenende war so geil! Wenn de Maria siehst...ich hab immer noch 'n Ständer!
Oh man ey, die Bräute da, geile Sau, nächstes Mal musste unbedingt mitkommen, echt Alta!
Oh man, ick komm gerade aus der U-Haft.
Ja echt, ey!
Wir haben doch die Bushaltstelle auseinandergenommen...
Ja ey!
Ey, und ick hab den Weibern 'n Foto von dir gezeigt – dit, wo du aussiehst wie'n Hooligan, dit mit dem blauen Auge. Die fand'n Dich total cool.
Ey man, die lachen mich im Zug hier jetzt total aus...ja echt...
Welch
wunderschöner Text. Der Süden, dessen Lebensfreude ich liebe, misse und nach der ich strebe.
Die Lieblingsmitbewohnerin fragt, was sie mir aus Spanien mitbringen kann. Mir liegt etwas auf der Zunge, doch nur wer Sex and the City, den Film, gesehen hat, kann verstehen, dass es wohl besser ist, wenn ich meine Schuhe persönlich abhole...
Sie ist meine Energietankstelle. Grundsätzlich gesehen.
So ein Wochenende mit ihr kann nämlich auch zu Nebenwirkungen führen.
Sms:
Ich bin Bahnhof. Ich geh Friedrichshain.
Antwort:
War Bowle. Geh Bett.
Wie hoch ist die Möglichkeit, dass der Mitfahrgelegenheit wenige Stunden vor Abfahrt das Auto geklaut wird? 0,5%? 1%? Caliente erhöht auf 100%!
Es soll ja Menschen
namens Cali geben, die das schlechte Wetter überall mit
hinnehmen.
Nun gibt es aber auch Leute, die die Sonne einfach immer in ihrem Gepäck haben. Seit meine griechische Mitbewohnerin in Berlin ist, haben wir quasi Sommer. Ich sage quasi, weil es für den Durchschnittsdeutschen ein Supersommer ist, während es für mich natürlich nicht reicht.
Gestern abend saßen wir nun mit luftigen Röcken bei 33 Grad in einer Bar und ließen uns von der stolpernden Kellnerin mit 1,5 Liter eiswürfelgekühlter Flüssigkeit beschütten, ohne im Anschluss zu frieren.
Das nenne auch ich einen Supersommer.
Heute früh kurz nach 7 stieg die Mitbewohnerin ins Flugzeug. Heute früh kurz nach 7 begann es eimerweise zu regnen. Wir haben derzeit 16 Grad.
Die beiden Hausmeister wollen die Äste eines Baumes kürzen. Von meinem Fenster aus.
"Wann stehen Sie denn am Montag auf?"
Im Hinterkopf habend, dass ich nach dem Wochenende in Leizpig eventuell Schlaf nachholen muss, antworte ich:
"Gegen 9."
"Ah, gut zu wissen, dann kommen wir um 8 vorbei, damit wir Sie im Pyjama erwischen."
Die erste Einladung habe ich in meiner Antwort geschickt umgangen. Die zweite Einladung habe ich einfach ignoriert. Ich kann nicht dafür garantieren, dass ich bei einer dritten Einladung nicht schwach werde.
Ich habe immer kalte Füße. Das ist oft unangenehm, nicht nur für mich, auch für andere, aber wenn wir egoistisch bleiben, ist es einfach fürchterlich, da Fußkälte die Art von Kälte ist, die in den ganzen Körper ausstrahlt und einen zittern lässt.
Heute, da es warm ist, dachte ich, sollten auch meine Füße warm sein, und überlegte mir etwas ganz Besonderes. Ich rannte mit allen Stundenkilometern, die mein Körper bietet, gegen einen Holztisch. Sie wissen schon...so dass die Art von Schmerz eintritt, die einen ganz kurz besinnungslos macht. Dann kommt man zu sich und möchte sich am liebsten wie eine Dreijährige auf dem Boden wälzen und schreien.
Wie dem auch sei, das Ziel wurde erreicht. Mein linker Fuß strahlt alles andere als Kälte aus. Eigentlich ist es nur der kleine Zeh. Er scheint atomare Kräfte entwickelt zu haben. Hitze, Schmerz und ein leichtes Kribbeln, alles zu sammen. Leider ist besagter kleiner Zeh von Natur aus nicht sehr elegant geformt, so dass ich nun nicht erkennen kann, ob er geschwollen (Stauchung/Prellung?) oder schief (gebrochen?) ist. Blau ist er ja nicht, aber sehr sehr rot. Und irgendwie aufgedunsen. Beeindruckend ist, dass der Schmerz bis in die Wade ausstrahlt. Drei Stunden nach dem Vorfall habe ich mir dann einen Glassplitter in den großen Zeh getreten, aber das ist eine andere Geschichte.
Schwester Nessy,
Herr Neon, wo sind Sie?
Das erste telefonische Bewerbungsgespräch. Auf Englisch. Warten auf Runde zwei. Statt Miami nun Orlando.
Kurzer Sms-Kontakt mit dem ex-señorito anlässlich des Spanien-Italienspiels. Ein Satz dabei, über den ich jetzt noch nachdenke.
Einmal einen anderen Weg zur Uni nehmen und auf diesem einen Bekannten aus Madrid treffen.
Griechenland ist aus der EM raus, doch bei mir geht es munter weiter mit diesem vielseitigen Volk.
Frau griechische Mama spricht Englisch. Ich fand das sehr fortschrittlich und wollte mehr über sie wissen. Nun, ihr Mann war Schiffsingenieur und die beiden segelten vier Jahre in der Welt herum, ein knappes Jahr lebten sie in Japan.
Das ist völlig entgegen dem, was ich sonst sonst so von dem Land gehört habe. Eine Freundin meiner Mitbewohnerin war hier in Berlin, mit 22, zum ersten Mal in ihrem Leben bei einem Konzert. Sie komme ja schließlich von einer Insel und außer Volksmusik gäbe es da kaum etwas. Der beste
Freund mit dem Plattenvertrag konnte kaum glauben, wieviele Clubs und Ausftrittsmöglichkeiten es allein in Berlin gibt...in der Heimat haben sie wohl wenig Möglichkeiten zum Spielen. Meiner Mitbewohnerin musste ich erstmal Onlinebanking erklären, weil es das in Griechenland erst seit kurzem und nur bei einer Bank gibt und ihre Oma...tja, die weiß nicht, wie alt sie ist, weil es vor ca. 90 Jahren keine Geburtsurkunden gab. Die Registrierung erfolgte erst bei der Hochzeit. Und dann wurde die Frau in der Regel 2 Jahre jünger als der Mann gemacht.
Ich kenne südländische Mütter. Ich habe mit Italienern und Spaniern gewohnt und Beziehungen geführt. Ich weiß, dass sie ihre Kinder verwöhnen, dass nur Mamas Küche die Beste ist, dass es nur Dinge aus der Heimat sein dürfen. Aber das, was Sonntag in meinen eigenen vier Wänden passierte, übersteigt meinen Vorstellungshorizont. Frau griechische Mutter ist für eine Woche zu Besuch. Braungebrannt, etwas faltig von der Sonne, klein, gepflegtes Äußeres, jugendlich gekleidet, 35 Kilo Gepäck....alles schien ganz normal...dann...ja dann...17,5 Kilo waren ausschließlich Nahrungsmittel. Sie brachte fünf verschiedene vorgekochte Speisen mit, einen selbstgebackenen Kuchen gigantischen Ausmaßes, Schokolade, ein Brot aus dem Getreide der Tante, Fleisch und typischen Käse von Kreta und außerdem 5 Liter selbstgemachtes Öl. 17,5 Kilo Nahrungsmittel! Und alles schmeckt nach Süden. Lebensqualität. Ich ziehe hier erstmal nicht aus....
Er wird zu seinem kranken Vater gerufen, trifft im Krankenhaus auf seinen Cousin, den er ewig nicht gesehen hat. Sie quatschen eine dreiviertel Stunde, dann geht er zu seinem Vater. Im Zimmer erfährt er, dass dieser vor 20 Minuten gestorben ist. Mich würde nicht wundern, wenn dieser Mensch nun für immer schweigt...