Wednesday, 3 April 2013

verkehrte Welt

Ich lebe gegen den Strom.

"Bauingenieur Pagliuca arbeitete viele Jahre bei demselben Unternehmen, doch als es dem schlechter ging, bekam er in den letzten sechs Monaten vor der Kündigung kein Geld mehr. (...) Als er noch bezahlt wurde, verdiente er 900 Euro im Monat und lebte bei seinen Eltern. "Wenn ich es mir mit 30 Jahren nicht einmal leisten kann, alleine zu wohnen, wann soll ich dann denn Kinder bekommen?", sagt Pagliuca."

Als Bauingenieur 900 Euro im Monat, das ist Italien!

"Ich habe Deutschland nie irgendetwas gegeben, nie hier Steuern bezahlt, aber der Staat hilft mir".

(Aber...wie lange kann der Staat das noch?)

Hier fragen mich die meisten nur erstaunt, was ich in Italien will. Warum ich nicht in Deutschland geblieben bin. Ihr Traum ist Berlin und sie lernen Deutsch.
Von Deutschen hingegen werde ich regelmässig angeschrieben, um vom Auswandern zu berichten. Sie wollen seit Jahren nach Italien und fragen, wie ich es gemacht habe.

Saturday, 23 March 2013

Zwischen den Ländern

Gardasee

Die ehemalige griechische Mitbewohnerin aus Berlin verpasst ihren Anschlussflug in Mailand und sitzt 2 Tage fest. Was liegt da näher als zu mir an den Gardasee zu kommen?

Sie hat ihr zuhause auf Kreta, ist vor 5 Jahren nach Berlin gezogen und kann nun aufgrund der Krise nicht wirklich zurück. Als sie meine Wahlheimat sieht, ist sie platt: "Das ist ein Paradies, jetzt verstehe ich Dich. Du hast alles richtig gemacht!"

Sie ist müde, seit Wochen Schnee, seit Monaten grau, Berlin ist nach ein paar Jahren einfach genug. Für mich nicht, aber ich bin ja auch ein Stadtkind. Trotzdem bin ich lieber hier. Ich trage Winterjacke und Stiefel bei 13 Grad (in der Sonne 19), sie lacht und ich erkläre ihr, dass es abends wirklich noch winterlich kalt ist. Sie, die aus dem tiefsten Süden kommt, am Meer lebt, vor Berlin keine Winterbekleidung hatte, benimmt sich wie eine deutsche Touristin. Dünne Jacke, Gesicht der Sonne entgegengestreckt. Die Ruhe des Sees. Im Hintergrund die schneebedeckten Berge. Palmen am Ufer. Pool im Garten. Wir reden lange über die Situation unserer Länder. Italien geht es (noch?) besser als Griechenland aber ich habe trotzdem Zukunftsangst. Ich verdiene wesentlich weniger als meine Freunde in Deutschland, ein soziales Netz, gibt es hier kaum. In Deutschland wird man gut aufgefangen. Wir kennen Personen, die mehr Unterstützung vom Staat erhalten als ich hier arbeitenderweise verdiene. Und doch meint sie, dass ich alles richtig gemacht habe. Lebensqualität im Alltag.

Tuesday, 19 March 2013

Italien – eine Chance für Europa?

"Wenn man nicht in Italien lebt, ist es schwer zu verstehen, was in diesem Land eigentlich passiert. Die letzten Wahlen, über die Europa so schockiert war, sind nichts anderes als eine friedliche demokratische Revolution."

Man kann es nämlich auch so sehen:

"Vetternwirtschaft prägt das Berufsleben. Die beste Ausbildung hilft wenig,wenn nicht der einflussreiche Onkel dafür sorgt, das die gewünschte Position auch zu haben ist. Warum also dann noch studieren? Denn ist das Ziel einmal erreicht, kommt es nicht auf die Qualität der Arbeit an, sondern darauf, sich erkenntlich für die Gefälligkeit zu zeigen. Innerhalb des „Clans“ und der lokalen Stadtpolitik. Eine Hand wäscht die andere! Aber was passiert, wenn man nicht zur Kaste der einflussreichen Priviligierten gehört? Dann ist ein ziemlich trostloses Leben vorbestimmt. Mit Glück findet man einen Job, der einen gerade über Wasser hält. Verträge werden selten gemacht, und wenn, dann noch weniger wirklich umgesetzt, denn dann würden ja eventuel Arbeitnehmerrechte geltend gemacht, und das könnte zu teuer für den Arbeitgeber, wie für den Staat werden. Mit Mietverträgen hat man auch nur Ärger, denn wer zahlt schon gerne Wuchermieten in die Taschen der Priviligierten, oder schlägt sich allmonatlich mit Rechnungen herum, die nichts mit dem eigenen Verbrauch zu tun haben. Rechtlicher Beistand ist zwar einzuholen, aber bevor dieser etwas bewirkt ist man mindestens um 5 Jahre älter geworden und die Schulden wachsen so rasant wie die grauen Haare. Also bleibt man wo man ist: bei Mama!

Ist es da nicht verständlich, dass gerade junge Menschen die Nase voll haben? Keiner erwartet ein sorgenfreies Leben, aber zumindest eigenständig und selbstverantworlich soll es sein. Und nicht fremdbestimmt durch die herrschende Kaste !

Die ermüdete, und die junge, verlorene Generation haben sich “Movimento 5 Stelle” angeschlossen. Beppe Grillo wurde zum Sprachrohr dieser Menschen. Sein Wut-Geschrei kam aus ihrer aller Herzen. Und mal ehrlich: ein Komiker ist doch am besten geeignet, das Land aus einer Tragödie führen. Es kommt gerade von deutscher Seite der Einwand, Grillo wäre Anti-Europäisch. Wenn man das Europa der Banken und der Parlamente meint, dann ist er das bestimmt! Aber liegt nicht gerade darin die Chance? Wissen wir in Deutschland nicht längst, das die Demokratie der Wirtschafts-Diktatur gewichen ist? Täglich lesen wir über wachsende soziale Ungerechtigkeiten. Das Burn-Out-Syndrom verbreitet sich wie eine Seuche. Schon Schulkinder sind betroffen! Ist das das Europa was wir wollen?

Ich wünsche mir ein Europa für die Menschen, nicht ein Europa der Banken und Politiker. Ein Verständnis der Kulturen und eine friedliche produktive Zusammenarbeit, in der jeder seinen Platz finden kann. Wir müssen keinen Massenmord an Tieren begehen, um zu überleben und wir brauchen auch keine Zeitarbeitsagenturen, die nichts weiter als moderne Sklavenbetriebe sind. Wir müssen unsere Umwelt nicht vergiften und zerstören, um ein gutes Leben zu haben.

Ist also “Movimento 5 Stelle” als demokratische Bürgerbewegung, in die sich jeder einbringen kann, nicht eine Chance? Vielleicht wäre auch für Deutschland eine solche Bewegung befreiend. Vielleicht birgt das, was im Moment in Italien passiert, eine Chance für Europa?!"

Vielen lieben Dank an die Netzfrauen!

Tuesday, 26 February 2013

In Italy, Illusion Is the Only Reality

Quite an accurate portrayal.

Monday, 25 February 2013

Italien hat die Wahl...

Einige Italiener sprechen mehr über das gestrige Fussballspiel (Ac Mailand - Inter Mailand) als über die Wahlen. Andere sind einfach nur besorgt. Sie wollen wählen und wissen nicht wen. Es gibt keine wirklichen Alternativen, dazu kommt, dass die Kandidaten hier anders dargestellt werden als in Deutschland. Klar sollte man Berlusconi kein Wort glauben, aber wenn man sonst eh nicht weiss, wen man wählen könnte, dann versuchen es einige (Minderbemittelte) doch mit demjenigen, der großartige Steuerrückzahlungen verspricht. Meine Freunde und Bekannte haben ihn nicht gewählt aber macht das einen Unterschied? Hier sind doch alle korrupt. Ja, ich lebe in Italien aber große Hoffnungen habe ich nicht für dieses Land.

Saturday, 26 January 2013

Bumm. Crash!

Um 20:50 Uhr. Wir gehen auf den Balkon und sehen ein Auto mitten im, ach was, auf (dem leicht erhöhten) Kreisverkehr frontal an einen Olivenbaum gelehnt. Ein paar Zementpfeiler hat es auch herausgehoben.

Der betrunkene Fahrer ist frohen Mutes, sieht den Totalschaden nicht und versucht weiter Richtung Heimat zu fahren. Das Auto startet natürlich nicht, also will er es schieben. Dabei hält er sich kaum auf den Beinen.

Also die Polizei kommt: "Ja, das ist mein Auto, aber ich bin nicht gefahren." (er ist weit und breit der einzige...)

So ein Idiot. Wenn da nicht ein Kreisverkehr mit Olivenbaum, sondern ein Fahrradfahrer gewesen wäre?!

Ich sag es immer wieder, das Leben auf dem Land ist gefährlich. In Berlin gab es diesbezüglich nie Probleme, man hat dort gar kein Auto, fährt mit den öffentlichen Verkehrsmitteln, hat nicht das Problem, ob man was trinken kann oder nicht, oder wer heute mit dem Fahren dran ist. Ich habe wirklich Angst, diesbezüglich Kinder auf dem Land großzuziehen. Trinken und dann fahren ist hier einfach so erschreckend normal.

Monday, 21 January 2013

...

Der Herr Italiener und Fräulein Caliente wollen dieses Jahr zusammenziehen.

Cali: Wir brauchen auch unbedingt eine Garage, schon allein für die Fahrräder.
der Herr: Wohl eher für Deine Schuhe!

Friday, 14 December 2012

Italien im Schnee

Seit gestern abend schneit es. Keine Überraschung, es war angekündigt. Und trotzdem sind die Strassen nicht geräumt und es wurden nicht gestreut. Ein paar Carabinieri schippen erfolglos Schnee. Von den 60 Kollegen ist ca. ein Drittel im Büro. Wie kann ein europäisches Land nur so wenig organisiert sein?

Tuesday, 11 December 2012

...

Auf dem Weg von Zanzibar nach Mailand habe ich irgendwie ein Bikini verloren...

Was ich aber eigentlich schreiben wollte...da fliege ich also nach Wien und werde von der Stewardess angesprochen: "Ma noi ci conosciamo?!"....Wir kennen uns doch....war das doch tatsächlich ein Mädel, das gleichzeitig mit mir auf Zanzibar war...das war eh so eine komische Geschichte...eines Morgens bricht sie auf, um mit Delfinen zu schwimmen...von 10 Teilnehmern betreten nur 7 das Boot, von diesen 7 springen nur 3 ins Wasser...Wind und Wellen pur...auf jeden Fall kommt besagte Stewardess vom Ausflug zurück...der Magen dreht sich noch, weshalb sie sich ins Zimmer zurückzieht. Nach ein paar Stunden wacht sie auf und hat ein aufgedunsenes Gesicht...so richtig entstellt...ich fahre bei starkem Wellengang jedenfalls kein Boot mehr!

Wednesday, 28 November 2012

Reisefieber

Bevor es in das winter-weihnachtliche Wien geht, noch ein bisschen warme Erinnerungen festhalten:

Sansibar

Sansibar

Sansibar

Sansibar

Sansibar

Sansibar

Sunday, 18 November 2012

Jambo!

Sansibar...ein Traum, aus dem ich langsam erwache. Eine Insel in einer anderen Welt. Eine Welt, in der ich gefragt werde, ob es im Gardasee Nilpferde gibt und ob ich die Sonnencreme aus Angst benutze, dass ich so schwarz wie die Einheimischen werden könnte. Hakuna matata!

Sansibar

Sansibar

Sansibar

Sansibar

Sansibar

Monday, 22 October 2012

...

Vorfreude ist die schönste Freude.

Friday, 28 September 2012

...

...und nach 2 Jahren und 3 Monaten mit mir an der Seite hat er sich für einen Deutschkurs eingeschrieben. Ich bin gespannt...

Monday, 24 September 2012

Von der Jugend

Die Jugend ist nicht ein Abschnitt des Lebens,
sie ist ein Zustand der Seele,
der in einer bestimmten Form des Willens besteht,
in einer Bereitschaft zur Phantasie,
in einer gefühlsmässigen Kraft;
im Obsiegen des Mutes über die Zaghaftigkeit
und der Abenteuerlust über die Liebe zur Bequemlichkeit.
Man wird nicht alt wegen der einfachen Tatsache,
dass man eine bestimmte Zahl von Jahren gelebt hat,
sondern nur, wenn man sein eigenes Ideal aufgibt.
Wenn die Jahre ihre Spuren auf den Körper zeichnen,
so zeichnet der Verzicht auf die Begeisterung sie auf die Seele.

Der Abscheu, der Zweifel, das Fehlen von Sicherheit,
die Furcht und das Misstrauen sind lange Jahre,
die das Haupt beugen und den Geist zum Tode führen.
Jung sein bedeutet, mit sechzig oder siebzig Jahren
die Liebe zum Wunderbaren bewahren,
das Erstaunen für die leuchtenden Dinge
und die strahlenden Gedanken;
den kühnen Glauben, den man den Ereignissen entgegenbringt,
den unstillbaren Wunsch des Kindes für alles, was neu ist,
den Sinn für die angenehme und fröhliche Seite des Daseins.

Ihr werdet so lange jung sein, wie euer Herz
die Botschaft der Schönheit, der Kühnheit
und des Mutes aufnehmen wird;
die Botschaft der Grösse und der Stärke,
die euch von der Welt,
von einem Menschen,
oder von der Unendlichkeit geschenkt werden.
(...)
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caliente_in_berlin - February 22, 14:04
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C. Araxe - February 19, 18:49
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Als pragmatische Nichtmutti würde ich ja sagen: Lernt...
widerspenst (guest) - April 29, 22:23
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caliente_in_berlin - April 20, 17:42

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