Monday, 22 December 2014

Schwanger in Italien

Inzwischen im 6. Monat und ich kann sagen, es geht mir gut. Von der Uebelkeit bin ich fast komplett verschont geblieben. Von der italienischen "Organisation" jedoch weniger.

8. Woche, starke Blutungen. Koennen in der Schwangerschaft auftreten, ist nichts seltenes aber bei Zwillingen gilt eben alles ein Risikofaktor. Also in der Notaufnahme vorbeigeschaut. Welch’ Erleichterung, es sind immer noch zwei. Ein paar Tage spaeter sollte ich nach Berlin fliegen, weshalb ich meine Gynaekologin anrief und um Rat fragte. Diese war nicht erreichbar aber ich wurde zu meinem Erstaunen von einer Kollegin zurueckgerufen. "Nach Berlin wollen Sie fliegen? Sie muessen zum Hausarzt und sich krankschreiben lassen. Bettruhe bis die Blutungen aufhoeren, hat man Ihnen das im Krankenhaus nicht gesagt?" Nein, hat man natuerlich nicht.

3. Monat, erst starke Bauchschmerzen und dann die folgende Ohnmacht. Tolle Szene....ich bleibe stehen, weil ich vor Schmerzen nicht laufen kann...kaum stehen geblieben, merke ich den Druck auf den Ohren und sage dem Italiener sogar noch Bescheid: "Ich falle jetzt um". Ein bisschen spaeter wache ich am Strassenrand auf Kissen gebettet auf. Eine nette Signora hat ihre gesamte Couch auseinander genommen, damit ich nicht auf dem kalten Asphalt liegen muss. Obwohl Ohnmachtsanfaelle in der Schwangerschaft keine Seltenheit sind, wurde aufgrund der vorausgegangenen Bauchschmerzen ein Krankenwagen gerufen. Im Krankenwagen Bestandsaufnahme der Lage und Symtpome...im Krankenhaus werde ich dann direkt in die Gynaekologie geschoben. "Kippen Sie oefters um?" Ich: "Nein, mir ist das bisher nur passiert, wenn ich meine Regel kriege". Arzt: "Ja, haben Sie denn jetzt Ihre Menstruation?" Ich schaue ihn nur fragend an und sage, dass ich im 3. Monat schwanger bin. "Ach so, das haben die Kollegen hier gar nicht aufgeschrieben". Hallo Kommunikation? Und seit wann werden Ohnmaechtige in die Gynaekologie ueberwiesen?

Nun ja, ging ja dann doch ganz professionell weiter. Ich habe fuer den Nachmittag ein Zimmer bekommen und wurde gruendlich analysiert. Ist doch ideal, wenn eine Schwangere gegen 12 Uhr (also VOR dem Mittagessen) eingeliefert wird und dann um 16 Uhr immer noch mit leerem Magen daliegt. Der naechste Ohnmachtsanfall ist gewiss....

Tuesday, 16 December 2014

Schwangerschaft – primo scenario

Im August ging es mit einem befreundeten Paerchen in eine Ferienwohnung auf Sardinien. Der gemeinsame Einkauf inklusive Zutaten fuer Mojitozubereitung und zahlreiche alkoholische Aperitive am Strand war bereits im Kofferraum der beiden, die mit der Faehre uebersetzten, verstaut. Dann kurz vor unserem Abflug der positive Schwangerschaftstest. Sowas bringt man ja nicht sofort unter die Leute. Allerdings ist eine Cali, die jeglichen Aperitiv ablehnt auch sehr verdaechtig. Was nun? Man tut als ob nichts waere…nippt und schiebt alles unauffaellig dem Italiener rueber. In der Bar tauschte er stets unsere Glaeser aus, in der Ferienwohnung versuchten wir es auf andere Art. Waehrend die anderen Mojito tranken, hatte ich Minze-Zuckerwasser in meinem Glas. Gab es Weisswein, mischten wir Wasser mit Lemonsoda. Und der Italiener? Der hat vielleicht ein paar berauschende Abende verbracht, das koennt ihr euch gar nicht vorstellen. Eines Abends hatten wir mehrere Karaffen Wein auf dem Tisch. Was macht der Signore? Schenkt doch allen Ernstes JEDES Mal jedem von uns nach, sodass er dann auch mein Glas trinken muss. Haette er mal den Mund aufgemacht und gefragt, haette ich vielleicht gesagt, nein danke, das reicht jetzt. Ich stelle mich beschwippst und der betrunkene Italiener tut so als ob er kein Waesserchen trueben koennte. Filmreife Szenen sag ich Euch. Was haben wir im Anschluss gelacht.

Thursday, 20 November 2014

Doppelt hält besser

Wenn man mit ausbleibender Regel und Kinderwunsch zum Frauenarzt geht, stellt man sich den Besuch folgendermaßen vor:

A) Ja, Sie sind schwanger.
B) Nein, Sie sind nicht schwanger.

Heute stelle ich Ihnen weitere Variante vor:

C) Es sind zwei.

Friday, 14 November 2014

...

Schon mal mit Nagellackentferner die Augen abgeschminkt?

Sunday, 9 November 2014

Wohnsitz unbekannt

Italien. Ironiemodus einstellen und lachen...um nicht zu weinen.

Vor über einem Jahr bin ich umgezogen. Ab ins Einwohnermeldeamt, neuen Wohnsitz anmelden. Danach zum Gesundheitsamt der Gemeinde, anmelden und neuen Hausarzt bestimmen. Beim Gesundheitsamt sagt man mir, dass ich ein bestimmtes offizielles Dokument vom Einwohnermeldeamt brauche. Also wieder zurück. Dort sagt man mir, dass dem nicht so sei und ein von mir selbst ausgestelltes und unterschriebenes Zertifikat (neben der offiziellen Anmeldung im Amt) reichen würden. Also zurück zum Gesundheitsamt und Überzeugungsarbeit leisten. Beim Ausfüllen meiner Daten ertönt die Frage: Also "Via XXX, ja?" Ich völlig entgeistert: "Nein, ich wohne Via YYY. Da hat mich das Einwohnermeldeamt doch tatsächlich mit einer falschen Adresse registriert. Also wieder zurück zu denen (da liegen natürlich immer Tage dazwischen, denn solche Ämter haben ja äusserst angenehme Öffnungszeiten, besonders für Berufstätige). "Ach ja, da ist uns wohl ein Fehler unterlaufen...auweia...das lässt sich im System gar nicht korrigieren" und schreibt einfach per Hand rüber. Okay, das Gesundheitsamt hat das alles so akzeptiert aber ein Dokument, das mir für mein Moped zugeschickt werden sollte, ist bis heute nicht angekommen. Logisch, das Einwohnermeldeamt hat den Sendeantrag ja mit einer anderen Adresse aufgegeben... nun ja, es gibt wichtigeres. Zum Beispiel warte ich auch Monate vergebens auf meine neue Krankenkarte. Also wieder ab zum Gesundheitsamt. Und dort stellen wir fest, dass die Mitarbeiter mich zwar in der richtigen Strasse aber mit der falschen Hausnummer vermerkt haben. Ist ja auch so furchtbar schwierig, eine Adresse von einem Dokument korrekt abzutippen. Man entschuldigt sich und nun würde die Karte sicherlich bald bei mir eintreffen. Was natürlich nicht der Wahrheit entspricht. Ich begebe mich also wieder in die Höhle des Löwen und nach langem Hin und Her stellt man fest, dass zwar meine Anschrift für die Versichertenkarte geändert sei, nicht aber die Wohnsitzanschrift dieser Karte und somit ging die Karte an meine alte Adresse. Auf meine Bitte hin, das doch bitte zu berichtigen, wird mir gesagt, dass das normalerweise das Einwohnermeldeamt beim Ummelden automatisch macht. Nach einem letzten Besuch dort (und anschliessend noch einmal beim Gesundheitsamt), bin ich nun nach über einem Jahr endlich regulär hier gemeldet. Ich habe ein paar Urlaubstage/Freistunden weniger und warte immer noch auf das Fahrzeugdokument aber hey, ich wohne jetzt offiziell dort wo ich wirklich wohne und das ist doch für italienische Verhältnisse eine extrem gute Leistung!

Wednesday, 7 May 2014

hoch hinaus

Valpolicella

Wednesday, 9 April 2014

...

Da muss ich mich bei einem Bierchen in Madrid zweimal von einem Vogel bescheissen lassen damit das Glück mein Leben in die Hand nimmt und ich einen Hotelaufenthalt geschenkt bekomme. Rechnung bei Abreise: 0 Euro. Grund: Problem mit dem Warmwasser. Duschen war jedoch auf gleicher Etage im Privatbad des Nachbarhostels möglich, also fast gar nicht störend. Ich habe mich nicht beschwert, aber natürlich einen ordentlichen Rabatt erwartet. Ich arbeite im Tourismus aber so etwas habe ich noch nicht gesehen. 3 Nächte geschenkt. Muchas gracias. Y como siempre de Madrid al cielo.

Monday, 17 February 2014

Andere Länder, andere Sitten

Auf der Treppe treffen wir die jüngste Tochter unserer ägyptischen Nachbarn: "Hallo ihr, wisst ihr was? Ich bekomme ein Geschwisterkind." Der Italiener an meiner Seite lässt sich in ein Gespräch verwickeln (die Kleine hat eine Schwäche für ihn) und fragt noch einmal nach: "Freust Du Dich? Dann seid Ihr ja eine richtig grosse Familie. Ich selbst habe auch zwei Schwestern." Die Kleine: "Ja, das wird toll. Da sind ich und meine Schwester, jetzt noch die neue Schwester, die Mama, die andere Mama...."

Thursday, 5 December 2013

Verona-->München-->Berlin und Xaver

"Ich denke bei der jetzigen Wetterlage wirst Du gar nicht pünktlich landen."

"Wir wünschen Dir einen einigermaßen ruhigen Flug. Im Moment sieht es ja nicht danach aus."

Danke für diese beruhigenden Worte, Mama.

Thursday, 26 September 2013

...

Nach Jahren des Hin und Hers (der alte Arbeitgeber ging pleite und schuldet mir die nette Summe von knapp 5000 Euro) war ich im Februar mal wieder bei meinem Anwalt, der meinte, dass ich mich in 2 Monaten bei ihm melden solle. Dann wäre klar, ob der Staat einen Teil der Summe auszahlt. Nach 2 und auch nach 3 Monaten gab es selbstverständlich keine News. In Anbetracht meiner momentanen Autosuche und den diesbezüglichen Preisen versuchte ich es gestern mal wieder und was sagt mir der Herr Anwalt? "Wir haben keine deutschen tempistiche ehm Zeitrahmen...wir sind in Italien. Wenn ich zwei Monate sage, meine ich selbstverständlich mindestens sechs.

Friday, 19 July 2013

...

Neue Wohnung, neue Schuhe! Schuhe, die beim abendlichen Walken zu Blasen führen. Wenn man dann vom Italiener spontan auf die Schultern geladen und nach Hause transportiert wird, kann das Machogehabe dieser Nationalität akzeptiert werden.

Friday, 31 May 2013

Da hat es aber einer eilig...

Cali mit unwiderstehlichem Augenaufschlag: legen wir uns nach dem Umzug eine Katze zu?
Der Italiener an ihrer Seite: Weisst Du nicht, dass Katzen für Schwangere gefährlich sind? 

Tuesday, 7 May 2013

Wacht auf!

EU stellt neues Saatgutrecht vor!

Und jeder, der sich nicht dagegen wehrt, macht sich strafbar. ich habe diese Diskussionen auch jahrelang abgetan, dachte die USA sind weit weg, aber nun geschieht es in Europa. Die Zukunft ist jetzt und wenn wir nicht eingreifen, ist es zu spät.
(Wer mehr über das Thema wissen möchte oder Links zu Petitionen zum Unterschreiben haben möchte (dauert nur 2 Minuten) kann mir gern schreiben.)

"Um die absolute Bösartigkeit der EU-Diktatur zu erkennen, muss man nur den Versuch Brüssels anschauen, die totale Kontrolle über das Saatgut zu erringen. Mit der sogenannten Saatgut-Verordnung will die EU uns vorschreiben, was wir anpflanzen und essen dürfen und was nicht. Es geht um eines der wichtigsten Dinge um zu leben, um unsere Nahrung. Die Bürokraten der EU wollen den Agrokonzernen noch mehr Macht, Kontrolle und Profit geben. Dabei sind Monsanto & Co. so ziemlich die schlimmsten und teuflischsten Monster die es gibt, neben den Kriegsprofiteuren der Rüstungsindustrie und der Pharma- und Finanzmafia.

Nur Saatgut welches offiziell bei der EU registriert ist und von ihnen genehmigt wurde wird in Zukunft legal sein. Nur Firmen mit viel Geld werden sich die Prozedur der Prüfung leisten können, die regelmässig wiederholt werden muss. Die kleinen Saatgutproduzenten werden verschwinden. Übrigbleiben wird das Monopol der Agrarmultis, die unsere ganze Nahrungskette völlig dominieren und kontrollieren. Was sagte der Oberverbrecher Henry Kissinger? „Wer das Öl kontrolliert, ist in der Lage, ganze Nationen zu kontrollieren; wer die Nahrung kontrolliert, kontrolliert die Menschen.“

Die kriminelle Elite hat beschlossen, es ist Zeit den seit Jahrtausenden bewährten natürlichen Prozess der Gewinnung von Saatgut für die nächste Ernte seit Beginn des Ackerbau zu beenden. Nur patentierte, registrierte und genehmigte Samen die sie künstlich züchten sollen in Zukunft verwendet werden dürfen. Wer Saatgut ausserhalb dieses Kontrollsystems verwendet macht sich strafbar. Das totalitäre Regime zeigt damit seine bösartige Fratze, die Maske ist damit gefallen.

Nach Bekanntwerden dieser Machenschaften, den Saatgutmarkt zu regulieren, gab es einen Proteststurm. Der Zuständige Kommissar Tonio Borg wurde gezwungen die aufgebrachten Landwirte, Züchter und engagierten Aktivisten zu beruhigen. Es wäre alles nicht so schlimm, sagte er, es gebe Ausnahmen für die Kleinbetriebe und für den privaten Gebrauch. Das ist aber nur Augenwischerei und ein Täuschung. Mit der Ausrede, es gehe ja nur um unsere Nahrungssicherheit, um hohe Sicherheitsstandards, sollen die Leute beruhigt werden. Diesen Spruch kennen wir aus anderen Bereichen, nämlich, wir sollen im Kampf gegen den Terror unsere Freiheiten für mehr Sicherheit aufgeben.

Es ist der Wunsch aller Regierungen die Selbstversorgung zu kriminalisieren, damit die Bevölkerung völlig abhängig von monopolistischen Konzernen ist. Das trifft auf die USA und die EU zu. Dazu noch, alle Bürokratien haben den eingebauten Drang alles zu kontrollieren, einen Lebensbereich nach dem anderen, schön Schrittweise in Salamitaktik, bis man von ihnen komplett abhängig ist und für jede Tätigkeit eine Genehmigung braucht. Die Freiheit der Entscheidung wird immer mehr eingeschränkt und die Bevormundung nimmt ständig grössere Formen an. Der Apparat in Brüssel wächst zu einem Moloch heran der unser Leben bestimmt, obwohl überhaupt nicht demokratisch legitimiert.

Tatsächlich ist das Ziel klar. Wir sollen noch mehr Sklaven der Konzerndiktatur werden, welche die Kontrolle über den ganzen Planeten übernehmen will. Die wichtigsten Grundlagen des Lebens sind nicht mehr frei verfügbar sondern müssen reguliert, kontrolliert und patentiert werden, damit man daraus Profit schlagen kann. So läuft es mit dem Wasser schon länger und mit der Nahrung auch. Genveränderte Lebewesen werden zum Patent angemeldet, damit man Lizenzgebühren verlangen kann. Wie kann man so etwas überhaupt erlauben? Haben die Konzerne die Natur erschaffen? Wo nehmen sie das Recht her die Schöpfung zu monopolisieren und als ihr Eigentum zu betrachten?

Wir sind an einem Punkt angelangt wo wir endlich aufbegehren müssen. Wenn die Elite in anderen Sachen von „roten Linien“ spricht, die nicht überschritten werden dürfen, dann ist das hier eine die wir ziehen müssen. Wir dürfen nicht zulassen, dass dieser existenzielle Bereich, ohne dem wir nicht leben können, auch noch von den Kriminellen übernommen wird. Wir müssen ganz deutlich Nein sagen, so geht es nicht. Saatgut gehört der ganzen Menschheit und nicht Privatunternehmen. Ausserdem müssen wir selber im Kleinen für eine Rettung der natürlichen Vielfalt sorgen und Samen aufbewahren und gegenseitig austauschen.

Ich traue keinen der Landwirtschaftsminister mehr, die uns beruhigen wollen und sich angeblich nach den Protesten gegen eine Saatgutkontrolle und für eine Artenvielfalt in Brüssel einsetzen wollen. Diese Typen wollen nur eine Weg finden wie sie uns austricksen können, wie immer. Tatsächlich dienen sie nur der Lobby der Agrokonzerne, die mit grosszügigen Spenden die Politiker in der Tasche haben. Sie schreiben die Gesetze und diktieren was es an neuen Regeln zu ihrem Vorteil zu beschliessen gibt. Dabei ist alleine der Gedanken, die Nahrungskette zu monopolisieren, ungeheuerlich. Es ist doch klar, die Giganten wie Monsanto und Syngenta werden die kleinen Saatguthersteller plattfahren. Machen sie ja sowieso schon lange.

Es wird uns erzählt, mit diesen neuen gesetzlich geregelten Saatgut kann man die Weltbevölkerung besser ernähren. Man kann produktiver in der Landwirtschaft arbeiten und mehr aus dem Boden damit rausholen. Das ist eine Lüge. Tatsächlich sind sie dann in der Lage nach Belieben die Menschen an Hungersnöten sterben zu lassen, speziell die welche nicht genug Geld haben das teuere Saatgut von ihnen zu kaufen. Sehen wir doch in Indien, wo die Bauern davon überzeugt wurden, den sogenannten „Terminator-Samen“einzusetzen statt ihre altbewährten Samen, von wegen mehr Ertrag. Was man ihnen nicht erzählte, es sind dann mehr Pestizide und Dünger der Konzernen notwendig.

Dabei handelt es sich um genmanipulierte Pflanzen die keinen Samen mehr selber produzieren. Die Bauern können nicht mehr wie seit Jahrtausenden einen Prozentsatz der Ernte als Saatgut für die nächste Saison daraus ziehen und verwenden. Sie müssen jedes Jahr die Samen von den Konzernen kaufen und verschulden sich dadurch immer mehr. Aus diesem Kreis der Verschuldung kommen sie nicht mehr raus und viele Kleinbauern in Indien haben als letzten Ausweg nur noch den Freitod gesehen. Die freiwerdende Landwirtschaftsfläche wird dann von Grossbetrieben oder gleich von Agrarmultis übernommen. Wie menschenverachtend und teuflisch ist dass denn?

„Rette unser Saatgut“ muss eine Aktion für jeden sein, ein Widerstand gegen die Bedrohung unserer Lebensgrundlage. Wir können diese Aufgabe nicht den „Experten“ überlassen. Das sind nämlich die gleichen Leute die uns auch erzählen nur zugelassene Pharmaprodukte machen uns gesund und natürliche Heilverfahren wären Humbug und Quacksalberei. Es sind auch die gleichen Leute die uns vormachen, unser Geld wäre bei den Banken sicher und wir sollen Vertrauen in ihr Finanzsystem haben. Sie wären doch nur an unserem Wohl bedacht. Wie wenn diese Egoisten jemals an uns denken. Unser Schicksal ist ihnen doch scheiss egal. Sie sehen uns nur als Sklaven die man ausbeuten kann.

Jeder industrielle Eingriff in den seit Jahrtausenden bewährten natürlichen Prozess hat sich als Schuss ins Knie herausgestellt. Man kann nicht manipulieren und bescheissen ohne negative Konsequenzen. Das rächt sich. Nur, diese Besserwisser in ihren Labors und am grünen Tisch lernen nichts dazu, sondern machen immer weiter. Deshalb müssen wir selber das Ende der natürlichen Vorgänge stoppen. Solidarisieren wir uns mit den lokalen Landwirten die noch einen Bezug zur Natur haben. Wir müssen sie unterstützen, „echte“ Lebensmittel verlangen und ihnen einen fairen Preis dafür zahlen. Oder welche selber anpflanzen und ernten. Dieses Denken, immer billiger und alle Nahrungsmittel müssen ganzjährig ausserhalb der Saison im Supermarkt zur Verfügung stehen, treibt diese perverse Industrie. Es liegt an uns selber durch unser Verhalten dem System die rote Karte zu zeigen."

Monday, 29 April 2013

Mit Gift und Genen

Ich finde das so zum Kotzen!

Monsanto hat sich in den USA breit gemacht (bitte auf youtube Film "Mit Gift und Genen" suchen) und wenn wir nicht aufwachen, werden sie auch in Europa Monopolstellung einnehmen. Was das früher oder später heisst? Einheitsbrei, keine Artenvielfalt, genmanipulierte Produkte (in den USA ohne Kennzeichnung), (noch mehr) Vitamin-, Nährstoff- und Geschmacksverlust, horrende Preise, Krebs und vor allem Verlust der Freiheit. Ich darf nicht mehr frei entscheiden, was ich in meinem Garten anbaue...ja nicht einmal mehr, was ich kaufe, denn eine Auswahl wird es nicht mehr geben. Aufklärung fällt schwer, das klingt einfach zu absurd. Doch jede Stimme zählt. Bitte unterschreibt alle gängigen Petitionen (http://www.avaaz.org/de/monsanto_vs_mother_earth_loc/?cMOiSdb). Es geht um unsere Zukunft!

"Die Europäische Kommission will den Landwirten und Gärtnern in Zukunft die Verwendung von Einheits-Saatgut vorschreiben. Alte und seltene Sorten haben kaum Chancen auf eine Zulassung, ihr Anbau wird strafbar - auch wenn er im privaten Garten erfolgt.

Die EU-Kommission arbeitet an einer Neuregelung des europäischen Saatgut-Marktes in Form einer Verordnung (Vorbereitendes EU-Papier im Original, Englisch). Damit wird eine Entscheidung des Europäischen Gerichtshofs vom Juli 2012 verrechtlicht: Landwirte dürfen nur mehr amtlich zugelassenes Saatgut verkaufen. Bisher waren alte und seltene Saatgut-Sorten ausgenommen, die in althergebrachter Tauschwirtschaft gezüchtet und in meist kleinen Mengen gehandelt wurden. Geht es nach den Plänen der Kommission, dürfen Kleinbauern oder Privatleute ihr selbst gezüchtetes Saatgut in Zukunft nicht einmal mehr verschenken.

Viele konventionelle Gemüse- und Getreidesorten werden damit aus dem Anbau verschwinden, kritisieren österreichische Umweltorganisationen. Die verpflichtende Registrierung aller Sorten würde zu einer kompletten Vereinheitlichung führen. Die kleinstrukturierte Landwirtschaft ist damit vollständig von der Saatgut-Weitergabe ausgeschlossen, heißt es im Begleittext zu einer gemeinsamen Petition von Arche Noah und Global 2000. Für sie sei das Zulassungsverfahren für Saatgutarten mit unüberwindbaren bürokratischen und finanziellen Hürden verbunden. Zudem befürchten die Umweltschützer eine strenge amtliche Überwachung. Beim Tausch nicht zugelassener Saatgut-Sorten drohen hohe Strafen.

Profiteure der Normierung sind allein die Lebensmittel-Konzerne, die schon jetzt den Großteil des Saatgut-Marktes unter sich aufteilen (hier). Seit Jahren macht die Lobby der Agrarindustrie in Brüssel Stimmung für einen weiteren Schritt in Richtung Saatgut-Kartell. Ziel ist die Kontrolle der gesamten Lebensmittelproduktion durch einige wenige Großkonzerne. Schon heute werden kleinere Konkurrenten mittels Anzeigen von Monsanto und Co dazu gezwungen, ausschließlich ihr Saatgut zu kaufen. In Zukunft drohen nun auch Verwaltungsstrafen.

Der Konsument habe kaum mehr eine Wahlfreiheit, was auf seinem Teller landet, heißt es in einem offenen Brief von mehr als einem Dutzend Europäischer Umweltschutzorganisationen an Kommission und EU-Parlament. Weniger Vielfalt heiße auch weniger Farben und Geschmäcker, und schlussendlich weniger Lebensmittelqualität. Gefordert wird eine komplette Neuausrichtung des nun laufenden Reformprozesses. Saatgutanwendern müsse eine größere Sorten-Vielfalt zu Verfügung stellen, insbesondere Arten, die an lokale Bedingungen angepasst sind. Dies würde dazu beitragen, den Verbrauch an Pestiziden, Düngemitteln und Wasser zu reduzieren und die Verschmutzung von Böden und Wasser einzudämmen.

Initiativen wie jene der Umweltorganisationen oder ein entsprechender Antrag der Grünen im österreichischen Nationalrat werden aber wohl wirkungslos bleiben, solange nicht mehrere Mitgliedsstaaten gegen die geplante Verordnung auftreten. Noch ist der Beschluss nicht umgesetzt. Die EU-Kommission soll am 6. Mai ihren Entwurf vorlegen, danach muss sich das EU-Parlament damit beschäftigen.

Sollte das Parlament die Verordnung durchwinken, dürfen auch Privatleute ihre in Obst- und Gemüseprodukte nicht mehr verbreiten, wenn sie nicht den Wünschen von Monsanto EU-Normen entsprechen.

Es ist bezeichnend für die mangelnde demokratische Legitimation der EU, dass solche grundlegenden Entscheidungen durchgezogen werden, ohne dass die Bürger davon etwas mitbekommen. Ist die Verordnung einmal beschlossen, sind die Lebensmittel-Konzerne im Recht und die Bürger in der Defensive und werden größte Schwierigkeiten haben, die gesetzlichen Regelungen wieder rückgängig zu machen.

Die Abgeordneten des Europa-Parlaments dürften den Antrag zur Verordnung nicht einmal gelesen haben.

Sie kaufen ihre Lebensmittel im Supermarkt."
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