Italiener und Spanier teilen sich nach einem Restaurantbesuch gern die Rechnung gleichmäßig auf. Ich mag diese unkomplizierte Art und irgendwie gleicht es sich eh immer aus. Mal esse ich mehr, mal nehmen die anderen was Teureres. Ich hab da kein Problem mit. Außerdem zahl ich ja auch für die Gesellschaft meiner Freunde.
Allerdings bin ich auch einige Male auf die Nase gefallen. Ich kann das typisch Deutsche an mir wohl nicht ganz abschütteln. Ich mag Gerechtigkeit.
In meinen ersten Monaten in Mailand hatte ich kaum Geld, wollte aber trotzdem nicht auf Sozialleben verzichten. Dumm nur, wenn man mit berufstätigen Leuten unterwegs ist. Caliente schaut brav auf den Preis und erfreut sich so an einer einfachen Pizza Margherita plus Bier, während andere
primo und
secondo wählen, womöglich noch
dolce und
caffè und natürlich teuren Wein. Nein, ich sehe es nicht ein für eine Pizza 25 Euro zu zahlen. Erst recht nicht, wenn ich Student im Erasmus-Jahr bin und die anderen ein festes Einkommen haben. Aber fängt man an zu diskutieren, kommt man sich wirklich doof vor. Denn Südländer machen das nicht aus Gemeinheit. Sie sehen es einfach nicht. Während ich niemals das teuerste Essen wählen würde, nehmen sie das, worauf sie wirklich Lust haben. Macht Sinn. Nur bei mir ist der Kopf immer dabei. Ich sehe automatisch wer für wieviel Geld trinkt und isst. Ich fühle mich nicht nur benachteiligt, ich möchte auch niemand anders benachteiligen.
Wie gesagt…ich denke, ich könnte mich daran gewöhnen…mit Freunden, die ich regelmäßig sehe. Aber mit Leuten, mit denen ich einmal weggehe? Ist nämlich
neulich passiert und war gar nicht angenehm.